MV noch weit entfernt von konzeptioneller guter Bildungspolitik

, , , , ,

Simone Oldenburg

Simone Oldenbung
MdL, Die Linke

Die Linksfraktion wünscht allen Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften und Eltern einen guten und möglichst reibungslosen Start ins neue Schuljahr. „Angesichts der vielen Probleme im Bereich Schule ist allen Beteiligten nur zu wünschen, dass sie mit viel Kraft und Engagement den Schulalltag meistern“, erklärte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, am Dienstag.

Aus Sicht der Bildungspolitikerin ist die gravierende Kürzung der Förderstunden für Kinder mit Lese- und/oder Rechtschreibschwäche besonders kritikwürdig. „Gerade diese Kinder brauchen unsere Unterstützung, damit sie einen Schulabschluss erreichen können“, so Frau Oldenburg. Auch vor dem Hintergrund der deutschlandweit höchsten Schulabbrecherquote sei dies unverantwortlich. „Und wer nicht weiß, inwieweit punktuelle Veränderungen dazu beigetragen haben, die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss zu senken, wird dieses Ziel nicht erreichen.“ So wisse die Landesregierung nicht, was aus den Kindern mit den Förderschwerpunkten ‚emotional-soziale Entwicklung‘ sowie ‚Lernen‘ geworden ist, die seit 2010/2011 gemeinsam in den Grundschulen unterrichtet werden.

Das Fehlen von über 100 Schulleiterinnen und Schulleitern sowie deren Stellvertretern sei beredter Ausdruck der herrschenden konzept- und orientierungslosen Schulpolitik. „Eine Schule ohne Leitung ist wie ein Schiff ohne Kapitän und Kompass, hier setzt sich im Kleinen fort, was die Bildungsflotte in MV insgesamt auszeichnet“, sagte Frau Oldenburg. Frühzeitige Ausschreibungen der Funktionsstellen, systematischen Fortbildung für künftige Leiter dort wo sie gebraucht werden, ist nicht zu viel verlangt, sondern sollte die Arbeit der Schulämter sein. Mit einem „von der Hand in den Mund“ in der Bildungspolitik wird Mecklenburg-Vorpommern auch weiterhin keine Erfolgsgeschichte schreiben. Verantwortung muss von den Staatlichen Schulämtern übernommen werden und gleichzeitig muss die Attraktivität dieser Leitstellen erhöht werden, um Anreize für Lehrkräfte zu schaffen, Posten zu übernehmen. Als fahrlässige Fehlentwicklung bezeichnet Frau Oldenburg den Stopp des Ausbaus von Ganztagsschulen. „Obwohl die Landesregierung u.a. in der Koalitionsvereinbarung eine Stärkung dieser Schulart angekündigt hat, wurde die weitere Förderung auf Eis gelegt.“ Auch die rein statistisch besetzten Lehrerstellen seien mit Vorsicht zu genießen. Die Einstellung von Lehrkräften erfolge in MV auf den letzten Drücker, es lasse sich schwerlich sagen, wie viele Stellen mit Schuljahresbeginn tatsächlich besetzt sind. „Auch der grundsätzlich bewährte Einsatz von Vertretungslehrkräften ist leider noch nicht gesichert.“

Nicht zuletzt kritisiert Frau Oldenburg, dass das Bildungsministerium die Archivierung von Klassenarbeiten abschaffen will. „Hier wird der zweite Schritt vor dem ersten gemacht, denn in MV ist nirgends geregelt, ob und in welchem Umfang Klassenarbeiten geschrieben werden müssen. Erst wenn dies geregelt ist, kann der Minister über die Archivierung nachdenken.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert